POTUS?!? SRSLY?

Er kam, sah und alles ging kaputt.

Wie ich Trump bisher einschätze

Als 2016 der Wahlkampf in den USA so richtig los ging und Sanders schon bei den Vorwahlen gegen Clinton verloren hat, dachte ich: ‚Toll. jetzt wird das eine Wahl zwischen Pest und Cholera!‘ Und war mir – wie wohl die Meisten – eigentlich sicher, dass Clinton die neue Präsidentin werden wird. Vermutlich auch wegen verschiedener Leaks wurde sie es nicht.
Am Morgen nach den Wahlen, als feststand, dass Trump der neue Präsident werden wird habe ich erstnhaft am Verstand der Amerikaner gezweifelt. Wie kann jemand der das Land dermaßen spaltet, offensichtlich nicht mal weiß wie man Diplomatie schreibt und immer zuerst herum schreit und dann nachdenkt denn nur auf so einen Posten gewählt werden? Doch ich habe mir natürlich auch ernsthafte Sorgen zu kommenden Wahlen in Europa und dem Rest der Welt gemacht. Wenn ein Tabu mal gebrochen ist, kann man es kaum noch einfangen.

Seit der Wahl bis zum Amtsantritt vor zwei Wochen beherrschte das Thema Trump quasi sämtliche Nachrichtenkanäle, überall wurde gefachsimpelt was sich denn nun ändern wird, was uns nun bevor steht und wie nahe wir nun wieder an einem globalen Atomkrieg stehen. Ich selbst hatte inzwischen meinen Verstand wieder gefunden und dachte mir ‚Warten wir doch mal ab, so schlimm kannes ja eigentlich gar nicht werden. Es gibt ja selbst in den USA Gewaltenteilung und ohne den Kongress nicht so viel machen.‘

Aber es kam anders und das ’nicht so viel machen‘ reicht offensichtlich schon vollkommen aus. Noch nicht mal 2 Wochen im Amt und es gab schon mehr als eine Kriese um ihn.
Hier eine kleine Aufzählung:

  • Obamacare eingestampft
  • die CIA ersmal als unfähig bezeichnet um sie direkt danach zu besuchen und dann dort mehr Sicherheit zu fordern.
  • den Mexikanischen Präsidenten wieder ausgeladen weil dieser (komischerweiße) den befohlenen ausbau der Mauer an der US-Grenze nicht bezahlen will
  • hat sich pro Folter ausgesprochen
  • Medien eiskalt ins gesicht lügen (lassen)
  • Verschiedenen Ämtern die Öffentlichkeitsarbeit (z. B. via Twitter) verboten
  • Den Baustopp einer riesigen Ölpipeline durch die heiligen Stätten der Amerikanischen Ureinwohner gestoppt
  • und er ist anscheinend generell gegen jegliche Art von Klimaschutz in Frage.

Als ob das alles noch nicht genug wäre, kam dann am Wochenende noch das Einreiseverbot für Besitzer eines Passes von 7 Ländern. Damit soll angeblich der Terrorismus eingedämmt werden, ist aber nichts anderes als purer Rassismus und selbstverständlich nicht zuendegedacht. Immerhin betrifft das Dekret jede Menge einwanderer die sich längst als US-Amerikaner sehen und es sind.

Was mich dann doch etwas wundert ist der Verwendete Hashtag auf verschiedenen SM-Platformen: #Muslim-Ban
Das ist es keinesfalls.

Dennoch hat Trump mit seinen rasanten Eskalationen wohl nicht nur bei mir längst eine Linie überschritten. Gott sei Dank!
Überall auf der Welt regt sich Protest und gefühlt dämmert es auch den Amerikanern nach und nach wen sie sich da als Präsident geholt haben.

 

Ja, der Protest ist richtig und wichtig!

 

Die Frage ist: Was passiert als nächstes? Trump ist absolut selbstverliebt und keilt bei Kritik an ihm oder seiner Politik schnell aus. Das erleben wir seit mindestens einem Jahr auf seinem Twitter-Account aber eben auch in selbsam anmutenden Pressekonferenzen die eigentlich nur dazu Dienen die medien zu Diskreditieren und sich selbst zu beweiräuchern. Das macht ihn leider kaum berechenbar, möglich dass er morgen noch radikaler handelt.

Allem zum Trotz: ein interessantes Dekret hat er am Samstag ja auch noch unterzeichnet: Um Korruption einzudämmen müssen seine Mitarbeiter nun eine Vereinbarung unterzeichnen, die ihnen verbietet für mindestens 2 Jahre (bis zu Lebenslang) nicht in Lobbyverbänden tätig zu werden.
Das ist gut und längst überfällig!

 

Vermutlich wird Trump in den kommenden Monaten merken, dass sein Handeln voreilig und unüberlegt war. Niemanden hilft eine Mauer, niemanden helfen willkürliche Strafzölle und gerade Firmen die bislang vorallem wegen der Freizügigkeit in den USA residierten werden sich schon alleine wegen ihrer eigenen Reputation bei ihren (zukünftigen) Mitarbeitern schwerer mit dem Standort USA tun. Ich denke da gerade an IT-Größen wie Google, Microsoft oder Facebook. Sie werden nicht die USA verlassen, aber wohl einigen Mitarbeitern Arbeitsplätze in alternativen Zweigstellen verschaffen. Gut für offene Länder!

 

Ich wünsche mir:

  • dass die Bevölkerung in den USA bei jedem überschreiten dieser roten Linien ihren Präsidenten zurückpfeift
  • der Regierung der USA wesentlich überlegter vorgeht
  • die Legislative der USA sich klarer positioniert. (Aktuell hört man da nichtmal den leisesten Hauch einer Gegenrede)
  • Alle anderen Menschen sich VOR einer Wahl überlegen, welche Konzequenzen eine KandidatIn bringt. (Und das hatte er vorher zu genüge durch die Gegend gezwitschert)

Und dann hoffen wir mal, Trump beruhigt sich wieder und regiert mit etwas mehr Respekt gegenüber aller.

Vermutlich wird er sich jetzt einmal austoben, möglichst viele seiner Wahlversprechen umsetzen und sie später nach und nach revidieren. Das Einreiseverbot ist ja auch auf 90 Tage begrenzt und wird wohl nicht verlängert werden.

PS: Meiner persönlichen einschätzung nach könnte auch gutes Zureden helfen

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